Smart Eating: Was essen bei Liebeskummer?
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Bar ohne Namen
Entschlossen verweigert sich Savage, der Bar einen Namen zu geben. Stattdessen sind drei klassische Design-Symbole das Logo der Trinkstätte in Dalston: ein gelbes Quadrat, ein rotes Viereck, ein blauer Kreis. Am meisten wurmt den sympathischen Franzosen dabei, dass es kein Gelbes-Dreieck-Emoji gibt. Das erschwert auf komische Weise die Kommunikation. Der Instagram Account lautet: a_bar_with_shapes-for_a_name und anderenorts tauchen die Begriffe ‘Savage Bar’ oder eben ‚Bauhaus Bar‘ auf.
Für den BCB bringt Savage nun sein Barkonzept mit und mixt für uns mit Unterstützung von Russian Standard Vodka an der perfekten Bar dazu.
Liebe vorbei! Herz gebrochen! Plötzlich liegt unser vertrautes Leben in Scherben vor uns. Egal ob Frauen oder Männer: Der vermeintliche Zusammenbruch unserer emotionalen Rahmenbedingungen beeinflusst häufig ganz massiv unser Essverhalten. Warum das so ist und was wir tun können, um leichter zurück in die Balance zu finden – im Folgendem findest du einige Anregungen und (Verhaltens-) Rezepte. Nicht vergessen: Nach der Liebe ist vor der Liebe…
Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, sind wir meist nicht so gerne alleine. Wir sehnen uns nach menschlicher Nähe, Geborgenheit und Zweisamkeit. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Trennungen in der dunklen Jahreszeit noch schwerer wiegen als im Rest des Jahres.
Liebeskummer fördert ungesundes Essverhalten
Unser Körper reagiert auf Liebeskummer zumeist mit einem hohen Maß an emotionalem Stress und dem Verlust der inneren Ruhe. Ob Trennung vom Partner oder Dauerstress im Job, der Körper unterscheidet nicht, er reagiert mit erhöhtem Herzschlag, Bluthochdruck, innerer Unruhe, angehobenem Cortisol- und Adrenalinspiegel. Schlaflose Nächte, Appetitlosigkeit oder Heißhungerattacken kombinieren sich oft dazu – „wir spielen verrückt“.
Dass wir bei Liebeskummer zunächst häufig nichts essen können, liegt daran, dass sich der Körper im „Fight- or Flight-Modus“ befindet. Der Sympathikus unseres Nervensystems wird aktiv und versetzt unseren Körper in die Lage, schnell reagieren zu können. Pupillen und Lungenbläschen weiten sich, das Herz schlägt schneller. Kurz: Wir befinden uns im Überlebens- und damit im Stressmodus. Essen tritt in den Hintergrund. Unser Körper hat einen Weg gefunden, das Hungergefühl zu verdrängen.
Stress macht jedoch im zweiten Schritt hungrig, meist sogar sehr hungrig. Sobald der Appetit zurückkommt, entwickeln wir fast immer Heißhunger auf süßes, fettiges und salziges Essen. Der Grund: Ist der Körper gestresst, braucht er mehr Energie, und zwar schnell. So entscheiden wir uns in stressigen Situationen schneller für Junk Food und denken weniger über gesundes Essen nach.
Oxytocin wirkt auf den Appetit
Anders wenn wir verliebt sind: Dann setzt der Organismus das „Kuschelhormon“ Oxytocin frei. Ein wohliges Gefühl von Sicherheit erfüllt unsere Gefühlswelt. Endet die Beziehung, fällt der Oxytocinspiegel ab und es entsteht ein Mangelgefühl. Der Körper ist wie auf Entzug. Wir fühlen uns lustlos und deprimiert. Intuitiv versuchen wir, den Spiegel wieder zu erhöhen, indem wir Nahrungsmittel essen, die versprechen, Trost zu schenken – wie etwa Schokolade oder Pasta.
Neben den Hormonen spielen bei Liebeskummer auch unsere Emotionen verrückt: Sind wir traurig, fühlen uns einsam und verlassen, hat das ebenso direkte Auswirkungen auf unseren Appetit und unsere Geschmackswahrnehmung. Die Gehirnareale, die dafür verantwortlich sind, liegen direkt nebeneinander und beeinflussen sich gegenseitig. Wollen wir zunächst gar nichts essen, verschlingen wir kurz danach einen Schokoladenriegel nach dem anderen verschlingen.
Liebeskummer wirbelt die inneren Mechanismen durcheinander, der Organismus läuft auf Hochtouren und (ver-)braucht jede Menge Vitalstoffe. Essen wir in dieser Situation zu viele hochverarbeitete Lebensmittel, ist die Nährstoffversorgung sogar gefährdet. Darum gilt es sowohl bei gebrochenem Herzen als auch bei anderer Art von Stress, auf eine gesunde Ernährung zu achten und damit einer möglichen Abwärtsspirale entgegenzuwirken.
Kann das „richtige“ Essen bei Liebeskummer helfen?
Ja, es gibt tatsächlich Lebensmittel, die Kummer und Sorgen rascher vertreiben. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Unsere Lebensmittelauswahl hat eben nicht nur Einfluss auf unsere körperliche Gesundheit, sondern auch Auswirkungen auf unsere Stimmung. Folgende drei Gründe sind dabei entscheidend:
1. Essen gibt Sicherheit
Jegliche Nahrungsaufnahme gibt uns grundsätzlich ein Gefühl von Sicherheit. Logisch, denn Nahrung ist überlebenswichtig – ohne Essen kein Leben. Umgekehrt hat Hunger etwas Bedrohliches für unser System. Ist unser Körper nicht mit ausreichend Energie und Nährstoffen versorgt, bekommt er Panik und schlägt Alarm. Fehlendes Essen macht „nebenbei“ dann auch noch unglücklich.
Dieses Phänomen nennt sich „hangry“ – ein Mix aus dem englischem „hungry“ für hungrig und „angry“ für wütend. Jeder von uns kennt solche Situationen: Wir werden nervös, können uns nicht mehr zu gut konzentrieren und die Laune geht in den Keller. Essen wir dann etwas, breitet sich schnell ein angenehmes Gefühl der Sättigung, Zufriedenheit und Sicherheit aus.
2. Essen sättigt unbefriedigende Emotionen
Essen dient nicht nur der Sättigung des Körpers und der Genussbefriedigung. Essen kann – wie wir gesehen haben – Langeweile und Einsamkeit vertreiben, oder bei stressigem Liebeskummer als Seelentröster dienen. Vor allem Süßes nutzen wir gerne für solche Momente – aus zwei Gründen:
1. Das Verlangen nach Süßem ist angeboren. Unsere allererste Nahrung ist die angenehm süße Muttermilch. So speichert unser Körper die Geschmacksrichtung „süß“ mit genährt, geschützt und geliebt sein ab.
2. Anderseits sind wir auch durch unsere Kindheit geprägt: Waren etwa die Noten gut, gab es ein Eis. Hatten wir uns verletzt, gab es ein süßes Trostpflaster. Waren wir in den Augen der Eltern brav, gab es eine Portion Kekse.
Genau diese Verknüpfungen sorgen bis ins Erwachsenenalter in unserem Gehirn dafür, dass wir zufrieden sind, wenn wir uns unsere Lieblingsnascherei auf der Zunge zergehen lassen.
3. Essen löst im Körper biochemische Prozesse aus
Einige Lebensmittel enthalten Inhaltsstoffe, die nachweislich unser psychisches Empfinden positiv beeinflussen – sogenannte „Happy Foods“. Schokolade ist der Klassiker unter den Happy Foods. Aber auch Bananen und Käse heben unsere gute Laune.
Grund dafür ist das „Glückshormon“ Serotonin. Es entspannt, macht zufrieden. Aggressionen, Angst und Kummer werden gedämpft – der Liebeskummer fühlt sich nicht mehr ganz so schlimm an. Ist Serotonin in ausreichender Menge vorhanden, sind wir relaxt und lassen uns nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Die Vorstufe des Happy-Hormons ist die Aminosäure Tryptophan, die in den folgenden Lebensmitteln enthalten ist:
Happy Food
- Zartbitterschokolade bzw. Kakao
- Bananen
- Feigen
- Erdnüsse
- Mandel
- Kürbiskerne
- Sonnenblumenkerne
- Paranüsse
- Cashewkerne
- Haferflocken
- Weizenkeime
- Linsen
- Sojabohnen
Essen kann bei Liebeskummer helfen
Essen schenkt Sicherheit. Hebt unsere Stimmung, gerade wenn wir mit dem Essen gute Erinnerungen und Erfahrungen in Verbindung bringen. Bestimmte Lebensmittel wie Schokolade, Erdnüsse, Mandeln und Feigen enthalten Inhaltsstoffe, die uns glücklich machen. So liegt es doch nahe, all das in einem seelentröstenden Rezept zusammenzubringen…
True Love Chocolate
Zutaten für 1 Tafel
- 100 g Kakaobutter
- 75 g Rohkakaopulver
- 1–2 EL flüssiger Honig
- 1/4 TL gemahlene Bourbon Vanille (ein natürlicher Appetitzügler)
- 1 getrocknete Feige
- 1 EL Erdnüsse
- ein paar Rosmarinnadeln (schenken Ruhe und Gelassenheit)
- Backpapier
(c) Petra Orzech
Zubereitung
- Kakaobutter in einem Topf schmelzen (max. 40 °C). Kakao, Honig, Vanille und Salz in eine Schüssel geben. Geschmolzene Kakaobutter zugeben und mit dem Schneebesen ca. 1 Minute kräftig verrühren, bis eine glatte Schokoladenmasse entstanden ist.
- Feige in Scheiben schneiden. Schokoladenmasse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech oder in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform streichen. Mit Feigen, Erdnüssen und Rosmarin bestreuen. Schokolade bei Zimmertemperatur ca. 30 Minuten fest werden lassen.
- True Love Chocolate bei Bedarf nach Herzenslust genießen. Oder an einen frisch getrennten Menschen mit einen paar liebevollen Worten verschenken.
Aufgepasst: Frauen leiden stärker und mehr
Frauen und Männer reagieren unterschiedlich auf Liebeskummer. Frauen leiden viel stärker unter somatischen Beschwerden wie Kopf- und Magenschmerzen. Und diese Beschwerden beeinflussen auch wiederum, wie und was sie essen. Warum Frauen stärker leiden, ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Man geht grundsätzlich davon aus, dass das weibliche Gehirn anders mit Stress umgeht als das männliche. Daher bitte besonders emphatisch mit Frauen sein, die an Liebeskummer leiden.